Touristen auf dem Krakauer Marktplatz vor den Tuchhallen

Polen zum ersten Mal: Was Sie vor der Reise wissen sollten

Sprache, Trinkgeld, OEPM-Tickets, Fotografieren in Kirchen und Öffnungszeiten - der kompakte Erstbesucher-Guide für Polen 2026.

Polen ist für viele Reisende eine angenehme Überraschung: die Städte sind gut erreichbar, die Preise im Vergleich zu Westeuropa moderat und das Angebot an Kultur, Geschichte und Natur erheblich. Wer ein paar Grundregeln kennt, macht den Start leichter.

Sprache: Was man wissen muss

Polnisch ist eine westslawische Sprache und gilt als eine der schwierigeren europäischen Sprachen für deutschsprachige Lernende. Für eine Reise braucht man keine Polnischkenntnisse, aber ein paar Grundbegriffe werden geschätzt.

In Warschau, Krakau, Danzig und Breslau kommt man mit Englisch sehr gut durch — besonders in Hotels, Restaurants und touristischen Attraktionen. Jüngere Menschen sprechen fast ausnahmslos Englisch. Ältere Generationen sprechen manchmal kein Englisch, aber auf dem Land oder in kleineren Städten hilft Deutsch gelegentlich (besonders in Schlesien, wo es historische Verbindungen zu Deutschland gibt).

Nützliche polnische Grundbegriffe:

DeutschPolnischAussprache
DankeDziękujęDjen-KOO-yeh
BitteProszęPRO-sheh
EntschuldigungPrzepraszamPshe-PRA-sham
Guten MorgenDzień dobryDjen-DOB-ry
Ja / NeinTak / NieTak / Nyeh
Wie viel kostet das?Ile kosztuje?EE-leh kosh-TOO-yeh
Wo ist…?Gdzie jest…?Gdzheh yest
Rechnung bitteRachunek proszęRa-KHOO-nek PRO-sheh

Polnische Einheimische reagieren positiv auf jeden Versuch, auch nur ein paar Worte auf Polnisch zu sagen.

Trinkgeld: Üblich, aber nicht zwingend

Trinkgeld ist in Polen sozial akzeptiert und in der Gastronomie üblich, aber anders als in den USA kein verpflichtender Bestandteil des Servicelohns.

Restaurants: 10–15 % der Rechnung bei gutem Service. In günstigen Lokalen und Milch-Bars (Bar Mleczny) kein Trinkgeld erwartet. Im gehobenen Segment entsprechen 15 % der deutschen Norm.

Wichtige Geste: Wenn man im Restaurant nach dem Bezahlen “Danke” sagt, während man das Wechselgeld entgegennimmt, gilt das in Polen als Signal: “Das stimmt so” — also kein Rückgeld erwünscht. Wer Wechselgeld will, nimmt es schweigend und legt dann den Trinkgeldbetrag auf den Tisch.

Cafés: Runden auf den nächsten vollen PLN auf, oder 2–5 PLN auf den Tisch legen. Kein Druck.

Touren und Guides: Free Walking Tour-Guides leben von Trinkgeldern — hier 25–50 PLN für eine gute Tour angemessen. Privatguides: ca. 50–100 PLN für einen halben Tag.

Taxis und Fahrten: Auf den nächsten vollen Betrag aufrunden üblich, nicht mehr.

Nahverkehrstickets: Immer entwerten

Das öffentliche Verkehrssystem in Warschau, Krakau, Danzig und Breslau ist gut und günstig. Tickets sind an Automaten, Kiosken und per App erhältlich. Aber: Tickets müssen nach dem Einsteigen in das Fahrzeug sofort entwertet werden.

Entwertung: In Straßenbahnen, Bussen und der Metro gibt es gelbe oder rote Entwertungsgeräte (Kasownik). Ticket reinstecken oder QR-Code scannen. Ohne Entwertung gilt das Ticket als nicht genutzt.

Kontrollen: Kontrolleure (Kontrolerzy) sind in Zivil unterwegs und kontrollieren unangekündigt. Wer kein gültiges, entwertetes Ticket vorzeigen kann, zahlt ein Bußgeld von ca. 200–250 PLN sofort oder erhält eine Zahlungsaufforderung per Post. Keine Ausnahmen für Touristen.

Kaufen und entwerten als Routine: Ticket kaufen, einsteigen, sofort entwerten — diese Reihenfolge konsequent einhalten.

Fotografieren: Regeln beachten

Kircheninnenräume: In vielen katholischen Kirchen ist das Fotografieren verboten oder nur ohne Blitzlicht erlaubt. Hinweisschilder am Eingang beachten. Marienkirche Krakau: Fotografieren mit Ticket, aber eingeschränkte Bereiche. Wawel-Kathedrale: eingeschränkt. Im Zweifel fragen oder auf die Schilder achten — Aufsichtspersonal spricht Touristen direkt an.

Museen: Die meisten staatlichen Museen erlauben Fotografieren ohne Blitz für den privaten Gebrauch (kein Stativ ohne Sondergenehmigung). Auschwitz-Birkenau: Fotografieren erlaubt, aber das Gelände ist eine Gedenkstätte — respektvoller Umgang erwartet (keine Selfies vor Denkmälern, keine lauten Gruppenfotos).

Öffentlicher Raum: Kein Problem. Warschauer Altstadt, Danzig Langer Markt, Krakau Marktplatz — alles frei.

Militär und Polizei: Polizei- und Militärgebäude sowie deren Personal nicht ohne Erlaubnis fotografieren.

Öffnungszeiten: Was man wissen muss

Museen: Viele staatliche Museen in Polen sind montags geschlossen. Das gilt für das Nationalmuseum Warschau, das POLIN-Museum (Mo geschlossen), das Wawel-Staatsgemächer und viele andere. Reiseplan entsprechend ausrichten — montags Stadtbummel statt Museumsbesuch.

Restaurants: Öffnen meist ab 11–12 Uhr, Küche bis 21–22 Uhr. In Warschau und Krakau gibt es Restaurants bis 23–24 Uhr. Sonntags meist normale Öffnungszeiten.

Supermärkte: Achtung — in Polen gibt es an Sonntagen im Monat Handelsverbote. An den meisten Sonntagen sind große Supermärkte geschlossen. Ausnahmen: Apotheken, kleine Tante-Emma-Läden (Sklep spożywczy), Bäckereien und Tankstellen. Am ersten und letzten Sonntag im Monat (variiert) dürfen manche Märkte öffnen — lokale Regelungen prüfen.

Banken: Mo–Fr ca. 9–17 Uhr, Sa oft bis 13 Uhr, So geschlossen. Geldautomaten rund um die Uhr.

Apotheken (Apteka): In Städten meist bis 20–22 Uhr geöffnet. Nachtdienst-Apotheken in Großstädten rund um die Uhr.

Sicherheit: Realistisches Bild

Polen gehört zu den sichersten Ländern in Europa für Touristen. Die Kriminalitätsrate liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Gewaltdelikte gegen Touristen sind sehr selten.

Taschendiebstahl: Üblich in stark frequentierten Touristenzonen — Krakauer Marktplatz (besonders im Sommer), Warschauer Altstadt, Danziger Langer Markt. Wertsachen nicht in Hosentaschen, Rucksack mit Reißverschluss nach vorn tragen. Straßenbahnen und Busse in Stoßzeiten ebenfalls aufpassen.

Nachtleben: Warschau und Krakau haben lebhafte Ausgehszenen. Viertel mit Barkonzentration (Kazimierz in Krakau, Nowy Świat in Warschau) sind abends gut besucht und sicher. Grundlegende Aufmerksamkeit wie überall in Großstädten ausreichen.

Medizin und Notfall: Apotheken (erkennbar am grünen Kreuz) haben über-den-Ladentisch-Medikamente, die in Deutschland rezeptpflichtig wären. Ibuprofens, Antazida und einfache Antibiotika manchmal ohne Rezept erhältlich. Notaufnahmen in öffentlichen Krankenhäusern (Szpitalny Oddział Ratunkowy, SOR) behandeln EU-Bürger mit EHIC-Karte.

Weitere praktische Hinweise

Steckdosen: Polen verwendet EU-Standard-Steckdosen (Typ E/F, 230 V/50 Hz) — keine Adapter nötig für Reisende aus DACH.

Trinkwasser: Leitungswasser in polnischen Großstädten ist trinkbar. In Restaurants wird häufig Mineralwasser bestellt, aber Leitungswasser auf Nachfrage verfügbar.

Rauchen: In Restaurants, Bars und öffentlichen Gebäuden in Polen verboten (seit 2010). Außenbereiche oft erlaubt.

Internet: Kostenloses WLAN in fast allen Hotels, Cafés und Restaurants. SIM-Karte für Kurzzeitreisende: polnische Prepaid-SIM ca. 20–30 PLN für 10 GB Daten (Play, T-Mobile PL, Orange PL). Kaufen an Kiosken und Flughafengeschäften.

Notfallnummern: Notruf 112 (EU-weit), Polizei 997, Krankenwagen 999, Feuerwehr 998.

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