Polnische Zloty-Scheine und Münzen auf weißem Hintergrund

Polnischer Zloty: Geld in Polen 2026

Alles über den Polnischen Zloty: Wechselkurs, beste Tauschstellen, Geldautomaten, Kartenzahlung und welche Scheine man meiden sollte.

Polen gehört zur Europäischen Union, hat aber den Euro nicht eingeführt. Die Landeswährung ist der Polnische Zloty (PLN, Abkürzung zł). Wer gut vorbereitet einreist, zahlt weniger und vermeidet typische Touristenfallen beim Geldtausch.

Wechselkurs und Kaufkraft

Richtwert 2026: ca. 0,23 EUR pro PLN, also ca. 4,30–4,35 PLN pro Euro. Wechselkurse schwanken täglich — den aktuellen Kurs vor der Reise prüfen (Google, XE.com).

Kaufkraftbeispiele (ca. Stand 2026):

  • Espresso im Café: ca. 7–12 PLN
  • Mittagsmenü in einem normalen Restaurant: ca. 28–45 PLN
  • Pizza in der Gastronomie: ca. 32–55 PLN
  • Straßenbahnticket: ca. 3,40–5 PLN
  • 0,5 l Bier in einer Bar: ca. 12–20 PLN
  • Supermarkt-Einkauf für einen Tag (Selbstverpflegung): ca. 30–50 PLN

Geld wechseln: Kantoren sind die beste Option

Kantoren (polnisch: Kantor wymiany walut) sind private Wechselstuben, die in allen Stadtzentren zu finden sind. Sie bieten die besten Wechselkurse — deutlich besser als Banken, Flughäfen oder Hotels.

Am Flughafen: Keinesfalls tauschen. Kurs liegt oft 15–20 % unter dem Marktpreis. Nur einen kleinen Notbetrag (20–40 EUR) für die erste Ankunft wechseln, falls nötig.

In der Stadt: Kantoren erkennt man am großen Anzeigeschild mit den Kursen. Auf eine geringe Differenz zwischen An- und Verkaufskurs achten (kleines Spread = guter Kantor). In Warschau sind die Kantoren in der ul. Marszałkowska und rund um den Hauptbahnhof gut. In Krakau gibt es viele im Stadtzentrum, aber auch einige mit schlechten Kursen für Touristen — vergleichen lohnt sich.

Hoteltausch: Üblicherweise schlechte Kurse. Wenn nötig, nur geringe Beträge.

Online-Wechsel vor der Reise: Dienste wie Wise (früher TransferWise) oder Revolut bieten nahezu interbanken-nahe Kurse. Mit einer Revolut-Karte zahlt man in Polen in PLN ohne Aufschlag.

Geldautomaten

In Warschau, Krakau, Danzig und Breslau sind Geldautomaten (Bankomaty) überall zu finden — in Einkaufszentren, an U-Bahn-Stationen, in Banken und in der Nähe von Touristenattraktionen. Auf dem Land kann es spärlicher werden.

Wichtig beim Abheben: Wenn der Automat fragt, ob man in PLN oder Euro abrechnen möchte (sogenannte “Dynamic Currency Conversion”), immer PLN wählen. Die Umrechnung in Euro durch den Automaten ist fast immer deutlich teurer.

Gebühren: Viele polnische Banken (PKO BP, Pekao, BNP Paribas) erheben für Fremdkundenabhebungen eine Gebühr von ca. 8–15 PLN. Mit einer gebührenfreien Reisekarte (N26, Revolut, Wise) entfallen diese. Die Sperrsumme der eigenen Bank beachten.

Empfohlener Betrag: Für eine Woche reichen ca. 400–600 PLN Bargeld für Märkte, kleine Imbisse und Trinkgeld, wenn man sonst meist mit Karte zahlt.

Kartenzahlung

Visa und Mastercard werden in Polen in nahezu allen Restaurants, Hotels, größeren Geschäften und Supermärkten akzeptiert. Kontaktloses Zahlen (zbliżeniowe) ist verbreitet — auch Apple Pay und Google Pay funktionieren gut.

Wo Karte nicht immer geht:

  • Kleine Straßenimbisse und Kioskstände
  • Dorfläden und Märkte
  • Parkuhren (oft Münzeinwurf)
  • Manche kleineren Kirchenkassen und Museen (seltener)
  • Öffentliche Toiletten (0,50–2 PLN, meist bar)

Grundregel: In jeder Großstadt kommt man mit Karte durch. Trotzdem 150–200 PLN Bargeld für unerwartete Situationen mitführen.

Banknoten und Münzen

Scheine: 10, 20, 50, 100, 200, 500 PLN. Der 500-PLN-Schein entspricht ca. 115 EUR — er ist gesetzliches Zahlungsmittel, aber manche kleineren Geschäfte und Taxifahrer lehnen ihn wegen Wechselgeldmangels ab. Bei Kantoren und Banken problemlos erhältlich, aber für den Alltag besser auf 50- und 100-PLN-Scheine zurückgreifen.

Münzen: 1, 2, 5 Groszy (Centäquivalent) sowie 10, 20, 50 Groszy und 1, 2, 5 PLN. Münzen werden an Fahrkartenterminals, Parkuhren und für Trinkgelder gebraucht.

Trinkgeld

Trinkgeld ist in Polen üblich, aber nicht obligatorisch. Richtwerte:

  • Restaurant (guter Service): 10–15 % der Rechnung
  • Café: 2–5 PLN auf den Tisch legen oder aufrunden
  • Taxifahrer: auf den nächsten vollen Betrag aufrunden
  • Hotelangestellte (Gepäck): 5–10 PLN pro Service
  • Stadtführer: ca. 20–50 PLN pro Person bei guter Tour (bei Free Walking Tours das wichtigste Einkommenselement)

Im Restaurant: Karte gezückt, einfach den gewünschten Betrag nennen (“Bitte X PLN”). Oder Bargeld auf den Tisch legen. Nicht “Dankeschön” sagen, während man das Wechselgeld entgegennimmt — das gilt in Polen als Zeichen, dass man kein Wechselgeld zurück möchte.

Betrügereien vermeiden

Bekannte Fallen für Touristen:

  • Flughafenkantor: Aufstellen als günstigstes Angebot wirken (0 % Provision), aber der Kurs ist schlecht. Immer nachrechnen.
  • “No Commission”-Schilder: Keine Provision klingt gut, aber der schlechte Kurs ist die versteckte Gebühr.
  • ATM-Skimming: Selten, aber möglich. Am Automaten kurz prüfen, ob der Karteneinzug locker ist.
  • Taxis ohne Meter: Immer App oder zertifizierten Anbieter nutzen.

Mit einer guten Reisekreditkarte, 200–300 PLN Bargeld für Kleinkram und dem Wissen, Kantoren zu nutzen, ist man in Polen finanziell gut aufgestellt.

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